Österreich-Studien

Österreich-Studien

 
Felelős szerkesztő: Dr. Bombitz Attila, Dr. Csúri Károly
ISSN: 1789-1272
Indítás éve: 2007

Az Österreich-Studien Szeged az Ausztria irodalmával és kultúrájával foglalkozó hazai és nemzetközi germanisták közös kutatásainak és konferenciáinak tudományos periodikája. A sorozat a bécsi Praesens kiadónál jelenik meg 2007 óta. Az egyes kötetek foglalkoznak az osztrák identitás és kultúra történeti, politikai és művészeti összefüggéseivel, az osztrák és magyar közös történelem és kultúra századfordulós fejezetével, a 20. század második felének osztrák alapműveivel magyar értelmezői nézőpontból, valamint jelentős osztrák szerzők életművével. Ezen túl a kötetsorozat gondozza kiemelkedő, monografikus igényű doktori munkák publikálását is.
 
 
Károly Csúri / Markus Kóth (Hg.): Österreichische Identität und Kultur
2007. 134 Seiten. ISBN 978-3-7069-0465-0
 
Der erste Band Österreich-Studien Szeged beinhaltet die Vorträge, welche im Rahmen der Ringvorlesung Österreichische Identität und Kultur im März und April 2006 am Lehrstuhl für Österreichische Literatur und Kultur der Universität Szeged gehalten wurden. Ziel der Vorlesungsreihe war es, die schwer zu fassende österreichische Identität, die einen großen Teil ihres Selbstverständnisses aus dem Bereich der Kultur bezieht, und die damit verbundene Kultur und Kulturpolitik zu diskutieren und den Studenten einen Einblick in die Komplexität des Österreichertums zu geben. Der Beitrag von Ferdinand Mayrhofer-Grünbühel, Botschafter der Republik Österreich in Ungarn widmet sich einer allgemeinen, umfassenden und nicht auf ein Gebiet beschränkten Definition der österreichischen Identität vor allem nach 1945. Der österreichische Diplomat und Historiker Emil Brix widmet seine Beiträge ebenfalls der Historie, der Kulturpolitik sowie Mitteleuropa. Die historische Herausbildung dieses Bewusstseins ist das Thema des ersten Beitrages von Béla Rásky, der als Historiker die Eckpunkte des Identitätsbildungsprozesses erläutert und im zweiten Beitrag einen Blick auf die österreichische Landschaft wirft. Der Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums Wien Wilfried Seipel leitet mit seinen Beiträgen zur Kultur, zum Kulturleben und der Bedeutung der Museen für die Identität über. Der Germanist Wendelin Schmidt-Dengler schließlich erläutert den Umgang der österreichischen Autoren mit der Geschichte seit 1945 im literarischen Bereich. 
 
 
Zsuzsa Bognár / Attila Bombitz (Hg.): „Ihr Worte". Ein Symposium zum Werk von Ingeborg Bachmann
2008. 224 Seiten. ISBN 978-3-7069-0468-1
 
Den Anlass zum Band „Ihr Worte” gab ein Symposium, veranstaltet zum Andenken an die vor achtzig Jahren geborene österreichische Dichterin Ingeborg Bachmann am 14. und 15. November 2006 in Piliscsaba. Bei dem Konzept der wissenschaftlichen Tagung wollte man insbesondere den institutionellen Charakter, den universitären Rahmen für das Bachmann-Jubiläum verwendbar machen. An Stelle einer traditionellen, streng fachwissenschaftlich ausgerichteten Konferenz, Mitarbeit und Mitfeiern mit den Fachexperten, Doktoranden, Studierenden und ungarischen Übersetzern von Ingeborg Bachmann. In den Jubiläumsband wurden sowohl die Ergebnisse des wissenschaftlichen Teils der Tagung, als auch die Erfahrungen der studentischen Werkstatt, als auch die Berichte über die ungarische Übersetzbarkeit von Bachmanns Lyrik aufgenommen. Der Titel des Symposiums, "Ihr Worte", ist dementsprechend gleichzeitig Programm. Die Beiträge fokussieren auf die Texte, wobei das vielschichtige Œuvre in seiner Gesamtheit, von den ersten Gedichten, über die Hörspiele und Essays, bis hin zum Todesarten -Projekt und den späten lyrischen Novellen, behandelt wird. Die Überzeugung, dass eine hohe Intensität der Schreibweise die Eigenart des Bachmannschen Werks ausmacht, legt zunächst einen textimmanenten Zugang nahe. Den Spuren der Texte folgend werden aber auch die weitverzweigten intertextuellen Bezüge und die dem poetologischen Konzept zugrunde liegenden sprachphilosophischen Voraussetzungen bei Bachmann berücksichtigt.
 
 
Károly Csúri / Zoltán Fónagy / Volker Munz (Hg.): Kulturtransfer und kulturelle Identität. Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde.
2008. 314 Seiten. ISBN 978-3-7069-0510-7

Der Band Kulturtransfer und kulturelle Identität. Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde ist das Resultat eines internationalen Symposiums, das als wissenschaftliches Begleitprogramm zu der gemeinsamen Ausstellung des Collegium Hungaricum und des Kunsthistorischen Museums im Palais Harrach in Wien im Frühjahr 2003 konzipiert war. Die Ausstellung Zeit des Aufbruchs. Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde bot ein umfassendes Bild über die hochrangige Kunst und Kultur der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Dabei symbolisierten insbesondere Budapest und Wien die wechselseitigen heterogenen Beziehungen und differenzierten Transferprozesse zwischen Österreich und Ungarn. Wien war um 1900 nicht nur Hauptstadt der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, sondern auch ein wichtiges Kulturzentrum Europas. Budapest, die ungarische Hauptstadt an der Donau entwickelte sich ausgesprochen dynamisch und wollte Wien, das vornehme und attraktive Vorbild, nicht nur einholen, sondern möglichst auch überbieten. Zu diesen fieberhaften Bemühungen und Aufbruchsstimmungen lieferten Kunst und Kultur das vielleicht spektakulärste Terrain. Die Beiträge gliedern sich in die vier Teilbereiche Geistige Strömungen, Urbanisation, Kunst und Literatur. Dabei stehen unter anderen die folgenden Themen zur Diskussion: Die Moderne in Wien und Budapest, die Donaumonarchie als paradigmatischer Ort von Vielsprachigkeit, unterschiedliche kulturelle Transferprozesse aus aktueller Forschungsperspektive, Fragen zu Identitätskonstruktionen, die Rolle des öffentlichen Raumes und der Baukunst, ungarische Avangarde oder ungarische Ornamentik und Stimmungsmalerei in Wien.
 
 
Attila Bombitz (Hg.): Brüchige Welten. Von Doderer bis Kehlmann. Einzelinterpretationen.
2009. 264 Seiten. ISBN 978-3-7069-0511-4
 
Die österreichische Literatur ist stets als zeitloses Phänomen im ungarischen literarischen System (Literaturkritik und –wissenschaft, universitäre Forschung und Unterricht, verlegerisches Interesse und praktische Übersetzung) präsent. Der Band Brüchige Welten. Von Doderer bis Kehlmann versucht diesen verschiedenen Ebenen zu entsprechen. Es wird die Erzählvielfalt in der österreichischen Literatur seit 1945 in Form von Einzelinterpretationen: Autorenportraits und Werkanalysen von verschiedenen theoretischen Gesichtspunkten aus thematisiert. Das Argument ist international bekannt: Die Eigennamen der letzten sechzig Jahre österreichischer Literatur sind mittlerweile selbst zu Begriffen geworden. Bachmann, Bernhard, Handke, Jelinek u. a. bedeuten „etwas“, das in der eigenen Sprache verwurzelt ist, aber auch diesseits der überwundenen Sprachgrenzen wirken kann. Aber wie wirken sie, wenn sie auf dem Exerzierplatz der Auslandsgermanistik landen? Eine Antwort darauf liefert dieser repräsentative Band, der gleichzeitig als wissenschaftliche Plattform - für ungarische Germanisten, die sich mit österreichischer Literatur sowohl im wissenschaftlichen Bereich als auch in der universitären Unterrichtspraxis auseinandersetzen - verstanden werden kann. Gepaart nach Eigennanmen sind dies: Attila Bombitz und Edina Sándorfi zu Kanonisierungen und Thematisierungen in der österreichischen Literatur, Edit Király über Heimito von Doderer, Ildikó Hidas zu Elias Canetti, Hajnalka Nagy zu Ingeborg Bachmann, Edit Kovács und Miklós Fenyves zu Thomas Bernhard, Anita Czeglédy und Ágnes Nyitrai zu Peter Handke, Andrea Horváth zu Barbara Frischmuth, Gabriella Nádudvari und Szilvia Gál zu Elfriede Jelinek, Beatrix Kricsfalusi zu Marlene Streeruwitz, Attila Bombitz zu Robert Menasse, Mihály Arany zu Christoph Ransmayr und Márta Horváth zu Daniel Kehlmann.
 
 
Edit Kovács: Richter und Zeuge. Figuren des Autors in Thomas Bernhards Prosa.
2009. 134 Seiten. ISBN 978-3-7069-0482-7
 
Bernhard als Weltenrichter, Bernhard als Zeuge seiner Zeit in seinen autobiographischen Schriften – das sind zweifelsohne gängige Vorstellungen der Rezeption, die jedoch durch genaueres Fragen ihre Selbstverständlichkeit verlieren. Worüber berichtet, worüber richtet der Autor, und: wer berichtigt, wer richtet ihn? Wovon zeugt der Autor und wer zeugt (für) ihn als Zeugen? Vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Rhetorik des Richtens und der Bezeugung in Thomas Bernhards Prosa, mit den Figuren des Autors als Richter und Zeuge und deren epistemologischen Vorbedingungen und Konsequenzen. Andererseits, da sie Texte der Rezeption und der gerichtlichen Verhandlungen gegen Bernhard ebenfalls mit in die Untersuchungen einbezieht, kann sie die bislang kaum erforschte Verflechtung von literarischem, literaturkritischem oder -wissenschaftlichem und juridischem Diskurs, von juristischer und poetischer Fiktion freilegen.
 
 
Attila Bombitz / Martin Huber (Hg.):„Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?" Ein Symposium zum Werk von Thomas Bernhard.
2010. 228 Seiten. ISBN 978-3-7069-0552-7
 
Thomas Bernhard gilt in Ungarn als der meistgelesene österreichische Autor. Die ungarische Germanistik findet großes Interesse an seinem Werk. Der Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur der Universität Szeged veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Thomas-Bernhard-Privatstiftung Gmunden und dem Österreichischen Kulturforum Budapest ein Symposium anlässlich seines 20. Todestages. Das Symposium fand am 15. und 16.03.2009 im Grand Café Szeged statt. Zu den eingeladenen Gästen gehörten international anerkannte Bernhard-Forscher: Hans Höller, Martin Huber, Manfred Mittermayer, die als Hauptreferenten auftraten und Franz-Werfel-Stipendiaten: Attila Bombitz (Szeged), Miklós Fenyves (Budapest), Chiheb Mehteli (Tunis), Eleonora Ringler-Pascu ( Timisoara ), Zdenek Pecka ( Ceské Budejovice ), Dana Pfeiferova ( Ceské Budejovice ), die sich unter Wendelin Schmidt-Dengler mit dem Werk Bernhards auf einem hohen und international anerkannten Niveau auseinandersetzten. So galt dieses Symposium auch dem Andenken von Univ. Prof. Dr. Schmidt-Dengler, dessen fachliche Ratschläge wesentlich zur Gestaltung des Symposiums beigetragen haben. Der Band „Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?“ Ein Symposium zum Werk von Thomas Bernhard enthält außer den erwähnten Autorinnen und Autoren Aufsätze von Edina Sándorfi (Pécs), Miklós Györffy (Budapest), Tymofij Havryliv (Lvov), Fatima Naqvi (New York) und Tomasz Waszak (Torun), die als unersetzbare Bernhard-Experten zum Konferenzband eingeladen worden waren.  
 
 
Attila Bombitz / Károly Csúri (Hg.): In die Wege der Seele. Ein Symposium zum Werk von Arthur Schnitzler.
2013. 144 seiten. ISBN 978-3-7069-0775-2
 
Der vorliegende Band vereinigt die Beiträge eines Symposiums, das der Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur der Universität Szeged anlässlich des 150. Geburtsjahres von Arthur Schnitzler veranstaltet hat. Es sollte dabei des herausragenden Autors der Wiener Moderne, des bekannten literarischen Forschers und Vermittlers eines feinen, aber komplexen, meist schwer durchschaubaren Wechselspiels von seelischen Tiefendimensionen und historisch-sozialen Vorgängen gedacht werden. Ungarische Germanisten von verschiedenen Universitäten haben sich zu einem Workshop am 19-20. November 2012 versammelt, um mittels ihrer Forschungsergebnisse ihre Achtung und Ehre dem in Ungarn bis heute beliebten und vielgelesenen österreichischen Schriftsteller und Dramatiker zu bezeigen. Dem Kreis heimischer Teilnehmer haben sich auch rumänische und österreichische Experten angeschlossen und mit ihren Vorträgen das Schnitzlersche Bild abgerundet.
Primäres Ziel des Symposiums war es, neben den bedeutenden und wohlbekannten (Fräulein Else, Liebelei, Das weite Land) diesmal die nur selten behandelten, aber ebenfalls wertvollen Werke wie etwa die Erzählungen Ich, Der Sekundant, Die Toten schweigen, Der Tod des Junggesellen, Der tote Gabriel, Das Schicksal des Freiherrn von Leisenbohg, Abschied oder Komödie der Verführung in den Mittelpunkt zu stellen. Mit dieser Geste soll zugleich die Aufmerksamkeit auf eine Forschungslücke in der Schnitzler-Philologie gelenkt werden. Vorgesehen war dabei eine möglichst textnahe Analyse, die allerdings nach verschiedenen Erkenntnisinteressen und von verschiedenen Gesichtspunkten aus vorgenommen werden konnte. Dementsprechend findet sich hier eine breite Palette von Interpretationsmethoden, von den entwicklungs- und kognitionspsychologischen Verfahren bis zu den narratologischen, streng strukturorientierten und textgenetischen Annäherungen. Gemeinsam ist allen Betrachtungsweisen wie auch ihren Kombinationen, dass sie jeweils wichtige und charakteristische Aspekte des Schnitzlerschen Werkes zu beleuchten suchen. In der Hoffnung, durch die neuen An- und Einsichten das Wissen des Lesers zu bereichern und ihn zu weiterem Studieren des berühmten Autors des Fin de siècle zu bewegen.
 
 
Attila Bombitz (Hg.): Bis zum Ende der Welt. Ein Symposium zum Werk von Christoph Ransmayr
2015. 322 Seiten. ISBN 978-3-7069-0825-2
 
Christoph Ransmayrs Schriftkunst eröffnet einen Dialog zwischen der europäischen Moderne und der postmodernen Weltkonstellation, in deren Imagination die übertriebene und in theoretischer Hinsicht schwer belastete Metanarration des Erzählens zu einem lesbaren und systematisierenden Erzählen wird. In seinem sprachorientierten Bildkonzept und gattungsfreien aber dichten Erzählen löst sich die traditionelle Spaltung von epischen, dramatischen und lyrischen Texten in Form von Dichtung auf. Fakten, fiktive Ereignisse und Figuren liefern in jenen Spielformen des Erzählens eine neue Erkenntnis der Wirklichkeit, und immer wiederkehrende Reflexionen erlebter und erfundener, naher und weiter zurückliegender Epochenprobleme kommen in ihnen zum Ausdruck. In einer modernen, postmodernen Art des Aufhebens der Metatextualität durch Fabulieren und durch gesprochene Sprache, in der Neuaufnahme alter und neuer Mythen wird die Welt in seinem Werk neu erzählt. Der Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur der Universität Szeged veranstaltete ein internationales Symposium zum Werk von Christoph Ransmayr zu Ehren seines 60. Geburtstages vom 24. bis 26. März 2014 – mit der Zielsetzung, der sprachlichen Akribie und der thematischen Vielfalt des Œuvres nachgehen zu können. Der Band Bis zum Ende der Welt. Ein Symposium zum Werk von Christoph Ransmayr enthält überarbeitete und erweiterte Fassungen der in Szeged vorgetragenen bzw. für das Symposium konzipierten Beiträge von Mihály Arany, Zsuzsa Bognár, Attila Bombitz, Bernhard Fetz, Herwig Gottwald, Harald D. Gröller, Erika Hammer, Tymofiy Havryliv, Karl Katschthaler, Edit Király, Renate Langer, Helga Mitterbauer, Wolfgang Müller-Funk,Maria Naganowska, Fatima Naqvi, Dana Pfeiferová, Sławomir Piontek,Eleonora Ringler-Pascu, Szilvia Ritz, Iván Sándor, Edina Sándorfi, Vincenza Scuderi und Julianna Wernitzer.
 
 
Csilla Mihály: Figuren und Figurenkonstellationen im Erzähltheater des Selbst. Zur Erklärungsfunktion der Wiederholungsstrukturen in Franz Kafkas mittlerem Erzählwerk.
2015. 206 Seiten. ISBN 978-3-7069-0839-9
 
Die Arbeit setzt sich in systematischer Fortführung der Forschung mit dem zentralen Problem der Schwerverständlichkeit von Kafkas Erzählwerken auseinander. Sie geht von der Annahme aus, dass die Vieldeutigkeit und Widersprüchlichkeit der Texte entscheidend auf ihr wichtigstes Konstruktionsprinzip zurückzuführen sind. Es handelt sich dabei um die generierende Rolle des Protagonisten, der schrittweise, seinem eigenen ambivalenten Wesen entsprechend, alle weiteren Figuren und somit auch die gesamte Erzählwelt erzeugt. Obwohl die Figuren auf der unmittelbaren Handlungsebene ein selbstständiges Dasein führen, erweisen sie sich zugleich als Repräsentanzfiguren des jeweiligen Protagonisten. In der Studie wird ihre eigenartige Doppellexistenz erarbeitet, wobei der Akzent vor allem auf der Darstellung ihrer unterschwelligen Einheit liegt, die mit Hilfe einer meist verborgenen feinmaschigen Vernetzung von Wiederholungsstrukturen systematisch erschlossen wird. Begründen sollen diese These und die verwendete Methode die ausführlichen und textzentrierten Erklärungen von Kafkas Narrativen Das Urteil, In der Strafkolonie, Der Proceß und Ein Traum.
 
 
Károly Csúri: Poetische Konstruktionen. Methodologische Studien zu Werken der klassischen Moderne.
2016. 266 Seiten. ISBN 978-3-7069-0887-0
 
Der Leser hält hier eine besondere Festschrift in der Hand: Die folgenden dreizehn Aufsätze sind nicht nur einer Person anlässlich eines runden Geburtstages von ihren KollegInnen, Studenten und Freunden gewidmet, sondern stellen eine Auswahl aus Aufsätzen dar, die in der mehrere Jahrzehnte währenden universitären Laufbahn entstanden sind. Somit gibt dieses Buch einen Einblick in die Entfaltung eines wissenschaftlichen Œuvres, das sich bei aller Vielfalt und Variation durch eine bemerkenswerte Beständigkeit auszeichnet. Diese erweist sich auch darin, dass der Geehrte– seit seinem Studium und während seiner ganzen Tätigkeit (mit Ausnahme der Zeit, die er als Direktor des Ungarischen Kulturinstituts in Wien arbeitete) an der Universität Szeged zur Entwicklung der Szegeder Germanistik wesentlich beigetragen hat und seine Untersuchungen durch eine besondere Kontinuität charakterisiert sind, indem das theoretische Interesse und die früh ausgeprägten theoretischen Grundlagen von Anfang an präsent und in allen Textanalysen verschiedener Autoren in unterschiedlicher Abwandlung nachzuweisen sind.
 
 
Szilvia Ritz: Die wachsenden Ringe des Lebens. Identitätskonstruktionen in der österreichischen Literatur.
2017. 158 Seiten. ISBN 978-3-7069-0920-4
 
Das Buch enthält dreizehn Studien, die sich mit markanten Denkrichtungen und wichtigen Fragestellungen in der Literatur des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen. Die Aufsätze haben bei aller Unterschiedlichkeit der Themenwahl einen gemeinsamen Nenner: Sie beschäftigen sich mit Kohärenzproblemen der individuellen Identität und deren Folgen für den literarischen oder den autobiographischen Text in ausgewählten Werken österreichischer Autoren bzw. Autoren, deren Herkunft oder Wirkungsstätte mit der österreichischen Kultur in engen Zusammenhang gebracht werden kann. Während Autobiographien die Bemühung sichtbar machen, das Ich letztlich als Ganzheit zu präsentieren, scheinen die untersuchten fiktionalen Texte gerade das Gegenteil beweisen zu wollen und stellen die Brüchigkeit der Identität ins Zentrum. Nicht nur die Romanfiguren sind auf der Suche nach ihrer Identität, auch die Texte suchen sich selbst, ihre Vorgänger oder gattungsgeschichtliche Orientierungspunkte.
 
 
Endre Hárs / Károly Kókai / Magdolna Orosz (Hg.): Ringstraßen. Kulturwissenschaftliche Annäherungen an die Stadtarchitektur von Wien, Budapest und Szeged.
2016. 314 Seiten. ISBN 978-3-7069-0923-5 
 
Wien feierte 2015 den „schönsten Boulevard der Welt“. Im Rahmen des Jubiläums der Wiener Ringstraße wurden Ausstellungen eröffnet und kunstvoll gestaltete Ausstellungskataloge veröffentlicht, die die Geschichte der Ringstraße aus den verschiedensten Blickwinkeln erfassen. Zu diesen Neuzugängen trägt der vorliegende Band mit seiner besonderen Perspektive auf das Thema das Seine bei. Das Jubiläum bietet einen ausgezeichneten Anlass, die ehemaligen k. u. k. Städte Budapest und Szeged in Augenschein zu nehmen und ihre historische, künstlerische und literarische Topographie mit dem Blick auf die Kaiserstadt zusammenzuführen. Während Budapests Ringstraßen und Boulevards eine Kombination aus ‚spontaner Entwicklung‘ des 18. und 19. Jahrhunderts und bewusster Stadtgestaltung zwischen 1872 und 1906 sind, handelt es sich bei der Ringstraßenarchitektur von Szeged um das Ergebnis eines Großbauprojektes nach der Überflutungskatastrophe von 1879. Was die drei ‚Metropolen‘ verbindet, sind zeitlich parallel verlaufende urbanistische Großprojekte, die den Charakter der jeweiligen Städte grundlegend veränderten. Was sie trennt, sind die zahlreichen Unterschiede, die sich aus lokalen Besonderheiten ergeben. Die Stadtkarten lassen sich aufeinander projizieren, wodurch sich die Ansichten einerseits ergänzen bzw. einander beleuchten. Andererseits stellen sie befremdendes Doppelgängertum her. Der auf Wien und seine k. u. k. monarchischen ‚Doppelungen‘ geworfene Blick beschränkt sich dabei gar nicht erst auf die Anfänge. So wie das Jubiläumsjahr der Wiener Ringstraße auch von der Gegenwart gehandelt hat, ermitteln die Autoren und Autorinnen des Bandes Konjunktive der Vergangenheit und Alternativen der Zukunft.
 
 
Zsuzsa Bognár: „als Mischprodukt verrufen". Der literarische Essay der Moderne
2017. 244 Seiten. ISBN 978-3-7069-0924-2
 
In der vorliegenden Untersuchung wird der Essay als literarisches Genre behandelt, was notwendigerweise eine Verengung des Begriffs nach sich zieht. Trotzdem erscheint diese Einschränkung sinnvoll, da heutzutage – infolge der Dominanz des angelsächsischen Gebrauchs – der Essay als Genre Gefahr läuft, konturlos zu werden. Im Sinne einer Abhandlung in anspruchsvoll ausgearbeiteter Form wird er für Texte bedenkenlos verwendet, welche einen quasi wissenschaftlichen Charakter haben und begriffliche Präzision vorzeigen, wenn diese Textmerkmale durch eine rhetorisch wirksame Ausdrucksform ausbalanciert werden. Jedoch reichte die Verdopplung allein als differentia specifica für die deutsche Essayforschung von Anfang nicht aus; für sie besteht nachhaltig die Herausforderung, eine Definition des Essays zu erarbeiten. Durch die exemplarischen Textanalysen des Bandes wird für dieses Dilemma ein Lösungsvorschlag angeboten. Indem zumeist bekannte essayistische Texte von Friedrich Nietzsche, Hugo von Hofmannsthal, Georg Lukács, Robert Musil, Theodor W. Adorno, Ingeborg Bachmann und Christoph Ransmayr – mit einem Seitenblick auf Daniel Kehlmann – unter ästhetischem Aspekt beleuchtet werden, geht es um den Versuch, den Essay als eigenständiges Genre der Moderne, oder gar ein modernes Genre par excellence, auszuweisen.
 
 
Attila Bombitz / Joachim Jacob (Hg.): Literarischer Text und Kontext. Ein Buch für Károly Csúri
2018. 176 Seiten. ISBN 978-3-7069-0986-0
 
Zu Ehren des 70. Geburtstages von Prof. Dr. Károly Csúri, dem ehemaligen Leiter des Lehrstuhls für österreichische Literatur und Kultur, veranstalteten der Lehrstuhl und die Österreich-Bibliothek Szeged am 5. Mai 2016 ein feierliches Symposium. Kollegen und Kolleginnen aus Deutschland, Österreich und Ungarn folgten gerne der Einladung nach Szeged und stellten in ihren Vorträgen die Forschungsschwerpunkte Prof. Károly Csúris ins Zentrum. Der Band Literarischer Text und Kontext enthält die Vorträge des Symposiums von Árpád Bernáth, Hans-Georg Kemper, Joachim Jacob, Wolfgang Wiesmüller, Zoltán Szendi, Magdolna Orosz, Kurt Bartsch und wurde mit aktuellen Studien von Mitarbeitern des Szegeder Österreich-Lehrstuhls Márta Horváth, Attila Bombitz und Szilvia Ritz ergänzt.
 
 
Attila Bombitz / Katharina Pektor (Hg.): „Das Wort sei gewagt". Ein Symposium zum Werk von Peter Handke.
2018. 298 Seiten. ISBN 978-3-7069-0946-4
 
Peter Handkes Literatur setzt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der Sprache auseinander. Die frühen Werke thematisieren die Enge der sprachlichen Kommunikation, stellen aber bereits die Frage, ob die Wörter und Dinge mithilfe der Kunst nicht heilsamer verknüpft werden könnten als in den alltäglichen Formen. Die späteren Werke zielen direkt auf die Vervollkommnung des Seins. Handke möchte die Welt als zusammenhängendes, luftiges System darstellen, nicht in realistischer Abbildung, sondern übersteigert durch Phantasie: In seinem Weltraum der Möglichkeiten finden die Dinge exemplarisch ihren Ort; die historische Zeit verwandelt sich in eine mythische; die Wörter und Namen bergen den „ewigen Moment". Der Lehrstuhl für österreichische Literatur und Kultur der Universität Szeged veranstaltete ein internationales Symposium zum Werk von Peter Handke zu Ehren seines 75. Geburtstages vom 28. bis 30. September 2017, um der sprachlichen Kunst und der thematischen Vielfalt des Autors nachzugehen und seine Werke zu interpretieren. Der Band „Das Wort sei gewagt". Ein Symposium zum Werk von Peter Handke enthält überarbeitete und erweiterte Fassungen der in Szeged vorgetragenen bzw. für das Symposium konzipierten Beiträge von Zsuzsa Bognár, Attila Bombitz, Thorsten Carstensen, Anita Czeglédy, Herwig Gottwald, Wolfgang Hackl, Hans Höller, Márta Horváth, Karl Katschthaler, Edit Király, Renate Langer, Jean Bertrand Miguoué, Fatima Naqvi, Katharina Pektor, Dana Pfeiferová, Evelyne Polt-Heinzl, Eleonora Ringler-Pascu und Vincenza Scuderi.
 
 
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